CTV nutzt für den Aufbau von Dokumenten Textkonserven, die zusammenmontiert werden. Für die technische Beschreibung, wie man die CTV-Module erstellt und bearbeitet, verweisen wir auf die KnowlEdge Dokumentation. An dieser Stelle möchten wir auf den Inhalt der Textkonserven eingehen.
Als CTV entstand, war das Format für CTV-Textkonserven ausschließlich RTF (Rich Text Format) von Microsoft. RTF ist ein veröffentlichter Standard, der in eigenen Anwendungen verarbeitet werden kann, im Gegensatz zu dem proprietären .doc-Format von Microsoft. Vor längerer Zeit hat Microsoft das proprietäre .doc-Format ersetzt durch das .docx-Format, welches auch einen veröffentlichten Standard hat. Dieser Standard ist OpenXML. In CTV haben wir schon seit vielen Jahren die Möglichkeit, Textkonserven und Dokumente auch in OpenXML zu gestalten.
Der neue Standard hat aber dazu geführt, das RTF seitens Microsoft nicht weiter entwickelt wird. Bestimmte neue Features gibt es also nicht in RTF. Ein Beispiel ist die Unterstützung für die Barrierefreiheit. Dafür ist es notwendig, von RTF nach OpenXML umzusteigen.
In CTV wird ein Dokument aus einer oder mehreren Textkonserven aufgebaut. Diese Montage kann CTV sowohl mit RTF als auch mit OpenXML machen. Was aber nicht möglich ist, ist eine Montage aus unterschiedlichen Formaten. Zum Erstellen eines RTF-Dokuments müssen alle Textkonserven als RTF-Textkonserve vorliegen, für ein OpenXML-Dokument müssen alle Textkonserven als OpenXML-Textkonserve vorliegen.
Textkonserven können aber in vielen Dokumenten (wieder-)verwendet werden. Es gibt zu Textkonserven (enthalten in Bausteinen) keinen Bezug auf die Dokumente (Schriftstücke), in welchen sie enthalten sind. Es ist somit nicht bekannt, ob die Textkonserven als RTF- und/oder als OpenXML-Textkonserve vorliegen müssen. Deshalb werden Textkonserven in beiden Formaten gespeichert. Hierdurch kann bei der Montage das Dokument in beiden Formaten erstellt werden, ohne zur Laufzeit eine Konvertierung vornehmen zu müssen.
Bisher war RTF das Standard-Format für Textkonserven in Bausteinen. Eine mit RTF erstellte Textkonserve wird in diesem Format bearbeitet, und nach dem Bearbeiten wird eine Konvertierung gemacht, um beide Formate anbieten zu können. In RTF sind aber bestimmte Funktionen nicht unterstützt (zum Beispiel für die Barrierefreiheit). Deshalb müssen Bausteine von RTF auf OpenXML umgestellt werden. Hierzu kann man in KnowlEdge angeben, dass der Baustein OpenXML-basiert ist.
Bei einem Baustein, der OpenXML-basiert ist, wird beim Bearbeiten einer Textkonserve das OpenXML bearbeitet, und dieses anschließend nach RTF konvertiert. Hierbei gehen ggf. Eigenschaften im RTF verloren, die in RTF nicht unterstützt werden. Maßgeblich für das Bearbeiten von Textkonserven in diesem Baustein ist aber das OpenXML.
Bei der Konvertierung zwischen RTF und OpenXML werden Platzhalter im Text mit konvertiert, aber es gibt Unterschiede darin, wie Platzhalter in RTF und OpenXML eingefügt und bearbeitet werden. Siehe hierzu Einfügen von Text-Platzhaltern in OpenXML-Bausteinen.
Wie bereits beschrieben, kann für die Montage von Dokumenten entweder RTF oder OpenXML verwendet werden. Wenn alle Bausteine in einem Schriftstück bereits OpenXML-basiert sind, wird die TAA bei der Montage ein OpenXML-Dokument erstellen. Wenn noch nicht alle Bausteine umgestellt wurden, wird standardmäßig ein RTF-Dokument erstellt. Beim Schriftstück kann aber angegeben werden, dass für dieses Schriftstück ein OpenXML-Dokument erstellt werden soll. Auch dies ist eine Angabe in KnowlEdge: Ergebnisdokument in OpenXML-Format erstellen. Wenn diese Angabe gesetzt ist, wird als Ergebnis für das betreffende Schriftstück immer ein OpenXML-Dokument erstellt. Um ein OpenXML-Dokument zu erhalten, ist es also nicht notwendig, alle Bausteine umzustellen, sondern es reicht diese Angabe im Schriftstück.